Liebe Rezensentin,

Longolius: “Ich mag mich irren”
February 26, 2019 Svenja Bunt Buchbesprechungen

https://www.verrueckte-buecher.de/?p=939

begeisternd, dass Sie das Buch mit viel Sorgfalt erfasst haben und dazu etwas schreiben. Als Autor möchte ich Ihnen zwei Aspekte andienen, die als vergessen Ihnen vielleicht verständlich machen, wie man die besprochenen knapp 300 Seiten überzeugt zur Veröffentlichung bringen konnte, ohne das Buch gerade für ein „wer noch nie einen Erfahrungsbericht über psychotisches Erleben gelesen hat“ selbst gut befunden zu haben. Die zwei Punkte folgen hier:
Der „erfüllte“, faul (zumindest nicht „mühsam“) „das eigene Leben nicht auf die Reihe kriegen[de]“ und überhaupt „schade“ Alltag des Autors sah etwas anders aus, Frau Bunt. Eine psychiatrische Diagnose trieb den Autor (mich) seit sie 2003 bei 22 Jahren Lebensalter erging vor sich her. Vielleicht kennen Sie aus eigener Erfahrung – aber nicht so lange – wie es sich anfühlen könnte, ein ganzes junges Erwachsenenleben lang zu wissen: „wenn ich mir diesen Spaß erlaube kommt als Rückmeldung, ob ich meine Medikamente genommen habe“ und „wenn ich mir dieses Ziel setze und kommuniziere wird mir in Aussicht gestellt, dass man beim Amt die Einweisung in die Psychiatrie beantragt“. Das zusammen mit einem Medikamentenabhängigen Stoffwechsel (Neuroleptika sind Beruhigungsmittel, die man über lange Zeit nehmen kann, aber im sprachlichen System den Platz von „machen nicht abhängig“ zu suchen ist ja Unsinn. Sie fahren den medizinisch so behandelten so sehr in seiner Lebendigkeit herunter, dass die Außenwelt des auf (übrigens mitunter sehr teure / zwischen 2004 und 2010 habe ich rund 3 Mittelklasse-Autos als Tabletten zu mir genommen) Medikamente gesetzten keinen Finger rühren muss um sich dem „Patienten“ anzupassen. Der Nachteil, dass die Gesellschaft bei diesen zehntausendfachen Vernachlässigungen von Mitmenschen zugrunde geht, scheint kaum aufzufallen. Also, die „Flucht nach vorne“ ist gut erkannt. Was der Autor sich selbst zumuten musste, um frei leben zu können und sich von oben beschriebenem Verhalten von Mitmenschen nicht als Untermenschen behandeln zu lassen ist Ihnen entgangen. Es steht bishin zu monokausal mit frierend durch die Lande wandern im Zusammenhang, wenn Sie die Alternative nach einer knapp zehn Jahre alten Diagnose nach „ich cähl bis 10“ als leicht einzuschätzendes Problem behandelt werden zu werden beachten. Als Beigedanken möchte ich hinzugeben, dass ich bei erster Gelegenheit hochkonzentriert studiert habe, dann voll und sinnvoll professionell gearbeitet habe und es dann – da geht wegen Kürzungen von eigentlich verabredeten 200 Seiten mehr einiges unter – es eine Meinungsverschiedenheit beim Arbeitgeber gab, ob seit drei Monaten fordern vom Arbeitgeber Unterstützung bei der Tätigkeit zu bekommen bei einem am-letzten-Arbeitstag-nach-Hause-geschickt-werden für unwichtig gehalten werden kann, ohne sich als Arbeitgeber sehr schuldig zu machen.
Das zweite ist, dass mein juristisches Streiten gegen eine zweite Behandlung dann sogar mit Entzug von Bürgerrechten (Frau Bunt – ich bekam plötzlich eine gesetzliche Betreuung mit fünf Aufgabenkreisen hingerotzt – es hätte der Satz „In allen Aufgabenkreisen“ gefehlt und ein das Werk betrachtend erfolgreicher Schriftsteller zu plebiszitärer Demokratie hätte nicht mehr an den politischen Wahlen teilnehmen dürfen) nach ICD-10 Quark mit verrückt unwahren Berichten eines Obermedizinalrats ohne Gutachten blablabla … die ganze juristische Schiene haben Sie übersehen. Ich war im Recht. Ich bin im Recht. Ich bin bei selbstaufopfernder Bewahrung meiner Würde um das Wort „Weltpolizei“ zu schützen durch das Höllenfeuer einer komplett abgelehnten psychiatrischen Diagnose gegangen. Das sehen Sie nicht – übrigens auch nicht, dass genau Sie Frau Bunt (sei es Ihr richtiger Name, Sie fühlen sich zumindest angesprochen) telepathieren können durch Brummenlassen Ihres Kopfes, potentiell auch anderer Körperteile, mit anderen nicht beieinander, sondern zusammenleben können und zum einen schwarz auf weiß im Text festgehaltene Fakten für Sie zu getarnt waren (so ein Buch rauszukriegen war nicht leicht) und anderes nur von Ihnen als Leser als wahr erkannt werden kann und nicht vom Autor als wahr vorgeschrieben werden kann, nicht aus esoterischen Gründen, sondern auf Grund des kognitiven Zustands jedes normalen Mitglieds der Gesellschaft.

Ich liste hier noch einen erwähnten Text, die Novelle/ das Buch zu plebiszitärer Demokratie https://felix.longolius.net/Mr._T-Cup_und_der_(grosse)_Abstimmungsapparat.pdf und wenn Sie mögen habe ich sehr viel Musik gemacht https://twitter.com/Weltpolizei/status/1116176982843244544 (das kann eine Weile dauern das herunterzuladen, da es sich um mehr als drei Gigabyte mp3s handelt) die Sie vielleicht im shuffle-mode hören mögen und das Buch noch einmal durchblättern.

Danke für Ihre Mühe das Buch zu besprechen. Ihre Auffassungsgabe für die Gesamtheit der Handlung ist gut bis sehr gut. Die zwei Punkte oben haben Sie übersehen.
Ihr Autor des von Ihnen besprochenen Buchs Felix Longolius

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